Der Mangel an Konzentration ist so etwas wie ein Loch. Und das befindet sich bekanntermaßen immer dort, wo nichts ist. Daß da nichts ist, merkt der Mensch nicht vor dem Fernseher. Sondern stets dann, wenn es überhaupt nicht paßt: beim Formulieren von Überschriften, bei der Klausurvorbereitung, während der mündlichen Diplomprüfung, im Vorstellungsgespräch. Den Grund für das viele Nichts indes hat noch keiner erforscht - was man jetzt an der Universität Köln ändern will.

"Konzentrationsmangel führt nie dazu, daß der Betroffene untersucht wird", sagt Niels Galley, Professor für Psychologie. Er will das Maß an defizitärer Konzentration mit einem aufwendigen Test ermitteln, der zwei Stunden dauert. Daß nun die letzten Löcher der menschlichen Existenz erleuchtet werden sollen, ist zu begrüßen. Dazu braucht Galley Testpersonen. Eines aber lenkt unsere Aufmerksamkeit ab: Warum eigentlich sucht der Professor explizit nach Probanden außerhalb der Universität?