Feindlich: Vor genau zehn Jahren brachte die Citibank den ersten Optionsschein in Deutschland auf den Markt und entfachte damit ein nie für möglich gehaltenes Spekulationsfieber. Ausgerechnet Deutschland, das Land der Postbeamten und Sparbuchbesitzer, wurde zum Mekka des Optionsscheinhandels. Optionsscheine verbürgen das Anrecht auf bestimmte Wertpapiere, sind aber selbst keine. Ihr Reiz besteht darin, daß man mit vergleichsweise kleinem finanziellem Einsatz in kurzer Zeit hohe Kursgewinne, aber auch einen Totalverlust machen kann.

Kritiker behaupten allerdings, daß Optionsscheine die echten Börsenkurse ungünstig beeinflussen. Ein paar seriöse Firmen, etwa Siemens oder Rhône-Poulenc, verbitten es sich deshalb ausdrücklich, daß auf ihre Aktien Optionsscheine begeben werden. Aber vergebens: Optionsscheine auf Siemens-Aktien sind bei der niederländischen Rabo-Bank erhältlich, und Scheine für Rhône-Poulenc gibt es bei Goldmann Sachs.

Kämpferisch: Der Streit um höhere Gehälter im Bankgewerbe ist bis in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank vorgedrungen. Aus Protest gegen die harte Haltung der Arbeitgeber lehnte ein Mitglied des Aufsichtsrats die Erhöhung der Dividende von 1,80 Mark auf 2,20 Mark ab. Bei dem Rebellen handelt es sich um Gerhard Renner, und der ist vom Bundesvorstand der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG).

Schauerlich: Leonhard H. Fischer, Mitglied des Vorstandes der Dresdner Bank, verbreitet derzeit Angst und Schrecken an der Börse. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 4, so Fischer gegenüber dem Düsseldorfer Handelsblatt, stünden die internationalen Finanzmärkte vor einem gewaltigen GAU.

Er befürchtet nämlich, daß allmählich steigende Zinsen die seit 18 Jahren andauernde Hausse an den Aktienmärkten beenden und einen Börseneinbruch auslösen werden. Danach stürze die Welt in eine globale Rezession. Dennoch empfiehlt Fischer den Kauf von Aktien. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 4 zu 1 werde es nämlich zu keinem GAU an den Finanzmärkten kommen.