Ich bete vor jedem Konzert.

Sie lebt zurückgezogen mit ihren Eltern und zwei Kindern. Was sie zusagen hat, sagt sie vor allem in ihren Liedern. Jetzt geht sie aufDeutschland-Tournee. Ein Gespräch mit dem Superstar Lauryn Hill.

Lauryn Hills erster Hit hieß Killing Me Softly, doch als sie ihn sang, kannte kaum einer ihren Namen - nur den ihrer Band, The Fugees. Das Lied machte Stimme und Gesicht der jungen Frau aus dem kleinen Ort South Orange, New Jersey, weltberühmt. Mit der Veröffentlichung ihres Soloalbums The Miseducation of Lauryn Hill wurde die 23jährige endgültig ein Superstar. Für die Platte bekam sie fünf Grammys, die Oscars der Musikbranche. Sieben millionenmal wurde das Werk verkauft. Es hat dem HipHop, der einst aus den Ghettos kam, als Unterhaltungsmusik noch mehr Geltung verschafft. Selten war eine Schwarze so jung so erfolgreich - und so vielfältig talentiert: Lauryn Hill ist Musikerin, Komponistin, Produzentin, Schauspielerin und Geschäftsfrau zugleich. In dem Film Sister Act 2 spielte sie neben Whoopi Goldberg; sie hat eine Filmproduktionsfirma gegründet und leitet ihr eigenes Plattenlabel. Außerdem führt sie eine Hilfsorganisation für schwarze Kinder aus Armenvierteln, die sie Refugee Project nennt. Mit ihrem Freund Rohan Marley, einem Sohn der Reggae-Legende Bob Marley, hat sie zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen.

Sie sind auf so vielen Gebieten erfolgreich. Die meisten Leute sagen: Unglaublich, daß sie das schafft, als Frau! Ärgert Sie das?

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Ich habe mich daran gewöhnt, und es ist mir mittlerweile ziemlich gleichgültig. Es kostet genug Zeit und Energie, Musik zu machen, meine Tournee zu planen und eine gute Mutter zu sein.

Als Sie noch mit Ihrer Band, den Fugees, auftraten, beschwerten Sie sich, daß alle Journalisten mit Ihren männlichen Kollegen über Politik reden wollten, mit Ihnen aber über Ihren Lippenstift. Hat sich das geändert?

Ja, zum Glück. Es war sehr frustrierend. Aber ich glaube nicht, daß es böse gemeint war. Eine Sängerin fragt man eben solche Sachen. Seit ich solo auftrete, ist klargeworden, daß ich auch damals schon eine wichtige Rolle gespielt habe.

Jeder hält Sie für eine Superfrau: Sie sind wunderschön, hatten in der Schule nur beste Noten und haben sogar studiert, natürlich mit Stipendium - für Ihre Fans muß es ganz schön hart sein, sich mit Ihnen zu vergleichen.

Ich finde nicht, daß sie das überhaupt tun sollten, denn jeder besitzt viele Fähigkeiten. Ich bin stark, weil mich meine Mutter und meine Großmutter dazu erzogen haben, eine starke schwarze Frau zu sein. Ich stehe nur für die Möglichkeiten, die jeder hat.

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