Das gewisse Leuchten

Was hat die, was ich nicht habe? Ausstrahlung lässt sich nicht trainieren. Ein Gespräch mit der Casting-Agentin Heta Mantscheff über die innere Sonne

Die Schauspielerin Heta Mantscheff betreibt seit neun Jahren eine Casting-Agentur in Hamburg. 1998 hat sie für ihre herausragende Besetzung von Heinrich Breloers Fernsehproduktion Todesspiel beim Kölner Medientreff den Casting-Preis erhalten.

Frau Mantscheff, Sie treffen jeden Tag Schauspieler, berühmte und andere, die es erst werden wollen. Erkennen Sie auf Anhieb, ob jemand Ausstrahlung besitzt?

Und wie funktioniert dieses Gespür? Ist das eine innere Stimme, die Ihnen sagt: Der da, der ist es? Fließt da eine positive Energie, die sich sofort vermittelt?

Ich gehe seit Jahren zu den Treffen der Schauspielschulen. Da passiert es, dass ich jemanden im Zuschauerraum sitzen sehe. Ich gehe hin und sage, darf ich ein Foto von dir machen? Ich würde dich gern mal besetzen. Alle, die ich auf diese Weise aufgetan habe, sind etwas geworden, ohne dass ich sie auf der Bühne gesehen habe. Zum Beispiel Moritz Bleibtreu.

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Moritz Bleibtreu hat sich aber nicht auf seine Ausstrahlung verlassen, sondern eine solide Ausbildung in den USA gemacht.

Richtig, aber er ist eben auch ein Beispiel für diese Witterung. Ich kenne seine Mutter, und als ich hörte, er sei aus den USA zurückgekehrt, ging ich zu einigen Regisseuren und sagte, ich kann euch nichts von ihm zeigen, aber ich finde ihn toll. Rainer Kaufmann fragte, hat er Lust vorbeizukommen? Eine halbe Stunde später stand Moritz vor ihm, und Kaufmann sagte auf der Stelle: Ich nehme ihn. Bleibtreu spielte dann in seinem Film Stadtgespräch . Das verstehe ich unter Ausstrahlung.

Und Irrtum ist ausgeschlossen? Hat dieser spontane Eindruck Sie noch nie getäuscht? Vielleicht lässt sich Ausstrahlung spielen.

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