Wolfram Siebecks Sommerseminar

Die Grundlagen der guten Küche. Diesmal eine Lektion für die größte Minderheit in diesem unseren Land: die Singles. Wie wird ein Gemüseeintopf zur Köstlichkeit? Welcher Teil von der Ente ist wie geschaffen für den kleinen Haushalt? Soll man diesen Teil schmoren oder kochen?

Die größte Minderheit in unserem Schlaraffenland sind die Singles. Nicht die Vegetarier, nicht die Apologeten der ostelbischen Pellkartoffel, auch nicht die Pastasüchtigen. Die Singles werden in dieser Kolumne ab und zu, aber nicht oft genug berücksichtigt. Damit meine ich nicht jene, die nur auf die Schnelle satt werden wollen und weiter keine Ansprüche stellen. Für sie gibt es den Pizzaservice und hartgekochte Eier in Ketchup. Mir liegen die am Herzen, welche schon mal ein Stubenküken in den Ofen stecken und denen die Verwendung von getrockneten Morcheln nicht fremd ist.

Würzgemüse für Singles.

Zu dieser Ratatouille eben. Die macht der Single folgendermaßen: Er besorgt

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· 1 große rote Paprika · 1 mittelgroße Aubergine · 1 große Tomate · 1 EL Rosinen · 1 EL getrocknete Sauerkirschen · 2 TL Orangenmarmelade · Olivenöl, Balsamicoessig · 1 Chilischote · Salz, Koriander, Madrascurry

Außerdem kommen in den Topf: 1 EL Balsamico, die Rosinen und die getrockneten Sauerkirschen, 1/2 TL Madrascurry; 1 EL Olivenöl. Sodann erinnere ich mich an das Glas Orangenmarmelade, das ich unlängst einer netten Frau auf dem Markt abgekauft habe. Die Marmelade sieht ziemlich unprofessionell aus, hat keine Ähnlichkeit mit den edlen Marmeladen aus Schottland. Sie enthält weißes Fruchtfleisch, wenig Zucker und viel Zitronensaft: richtig dilettantisch gemacht. Aber für mein Gemüse ist sie ideal. Also 2 TL hinein und durchrühren. Abschmecken, und wenn es gefährlich scharf schmeckt - es muss, andernfalls nachwürzen! - Deckel drauf und bei kleiner Hitze zirka 30 Minuten garen lassen.

Inzwischen habe ich Reis (Basmati) aufgesetzt und lasse ihn ohne weitere Fisimatenten quellen.

Das Gemüse darf auch im garen Zustand nicht zermatscht, sein Saft sollte eher klar als trüb sein. Zusammen mit dem Reis ist es ein richtiger Schmackofatz, bei dem der Single sofort daran denkt, ihn bei Gelegenheit für mehrere Personen zu kochen. Ob er seinen Gästen dabei eine Rieslaner Auslese spendieren wird, ist fraglich.

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