Schnitte

Rettungsaktion, Teil zwei - so könnte man den jüngsten Schritt der Spar Handels AG bezeichnen. Der Schenefelder Einzelhändler muss sich erneut von Läden trennen: 87 von insgesamt 458 Eurospar-Märkten sollen ausgegliedert und entweder an Mitbewerber verkauft oder einer anderen Spar-Vertriebslinie zugeordnet werden. Für 69 Märkte könnte es das Aus bedeuten - falls nicht doch noch Erträge anfallen. Vorstandschef Arwed Fischer, seit März dieses Jahres im Amt, muss den Handelskonzern sanieren. Im vergangenen Jahr gab es einen Verlust von 300 Millionen Mark (Umsatz: knapp 16 Milliarden Mark) - nachdem auf Wunsch einzelner Großaktionäre jahrelang offenkundig wahllos Handelsfirmen akquiriert worden waren. Für Investitionen in die Läden und in den Preiswettbewerb blieb da nichts mehr übrig.

Die Rettung, Teil eins, hat die Spar dem amerikanischen Handelsgiganten Wal-Mart zu verdanken. Der hatte schon Ende 1997 die defizitären Großmärkte Interspar übernommen - zu dem überaus attraktiven Preis von 1,3 Milliarden Mark. Nur gut, dass die Spar inzwischen einen geduldigen Großaktionär gefunden hat: die Intermarché-Gruppe, in ihrem französischen Heimatmarkt die Nummer zwei. Sie will ihrer deutschen Tochter nun auch voranhelfen: mehr gemeinsame Eigenmarken, gemeinsamer Einkauf, und auch bei der Neugestaltung der Frischeabteilungen wollen die Franzosen nützliche Anregungen weitergeben. Keine schlechte Idee.

Anzeige
Zur Startseite
 
  • Schlagworte Umsatz | Verlust | Wal-Mart
Service