Lob der KonzerneSeite 2/2

Ausgehend von seiner Erwartung eines Sieges des Sozialismus, entwickelt er seine Ideen über eine demokratische Organisation dieses Wirtschaftssystems. Dabei sei die Demokratie eine reine Methode, jemandem die Macht zu übertragen. Ein Politiker verfolge immer erst sein eigenes Interesse: die Stimmenmaximierung. Daraus resultiere dann, eher zufällig, die Vertretung auch der Wählerinteressen.

Schumpeter schrieb dieses Spätwerk in der düstersten Phase seines Lebens. Ständig wähnte er sich dem Tode nahe. Das erklärt vielleicht auch seinen tiefen Pessimismus. In der ersten Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Buch wenig beachtet. Der Mann der Stunde war damals sein Altersgenosse John Maynard Keynes. Der feierte wahre Triumphe mit seiner stark an den Konjunkturzyklen orientierten Sicht der Wirtschaftspolitik. Ausgerechnet zu einer Zeit, als der real existierende Sozialismus gescheitert war, fand Schumpeters Werk wieder Beachtung - eine Ironie der Geschichte.

J. A. Schumpeter: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie; UTB für Wissenschaft, Francke Verlag Tübingen und Basel; 7. erw. Auflage 1993

 
Service