Als die Berliner Legende Marlene Dietrich einst von Peter Bogdanovich gefragt wurde, ob sie stolz sei oder ob es ihr peinlich sei, eine Deutsche zu sein, antwortete sie: I don't care being German, but I'm proud having that Berlinsense of humor which is unique in the world.

Humor und Chuzpe gingen Hand in Hand im damaligen Berlin: Die Stadt war ein kulturelles Biotop, weil sie vor allem ein deutsch-jüdisches Biotop war.

Marlene Dietrich verabschiedete sich aus diesem Berlin mit der Strophe eines Liedes aus dem berühmt gewordenen Blauen Engel: Und will mich wer begleiten, dort unten in dem Saal, dem hau' ich in die Saiten und tret' ihm aufs Pedal.

Mit ihr ging vieles, gingen viele. Und als sie später zurückkam, war Berlin längst nicht mehr der Ort, der er einmal war. Misstrauen und Befangenheit begegneten ihr. Kein Deutscher konnte, kein Deutscher wollte mehr verstehen, woher die braunen Machthaber gekommen waren. Keiner war es gewesen, keiner konnte es mehr verstehen. Where have all the flowers gone? sang Marlene.

Fortan wurde die Vergangenheit zur Tabuzone, Betroffenheit breitete sich aus.

In dieser Atmosphäre konnten Ironie und Humor nicht mehr gedeihen. Manche mögen meinen: mit Recht.

Wo Humor fehlt, fehlt Barmherzigkeit.