Ban Nong Waeng, Thailand

26. Mai 1991

Dieses Transkript eines CVR (Cockpit-Voice-Recorder) dokumentiert ein groteskes Unglück. Die 213 Passagiere und 10 Besatzungsmitglieder in jener Nacht an Bord des Lauda-Air-Flugs 004, einer Boeing 767 namens Mozart, vom Bangkok International Airport mit Zielflughafen Schwechat in Wien hätte auch der erfahrenste Pilot nicht zu retten vermocht. Die Passagiere waren überwiegend Österreicher, Deutsche, Schweizer und Hongkong-Chinesen. Viele befanden sich auf dem Heimflug von einem Urlaub in Thailand; einige waren geschäftlich unterwegs.

Der Flug, der in Hongkong gestartet war, hob in Bangkok um 23.10 Uhr ab. Zwölf Minuten später erhielt die Crew eine optische Warnung auf dem Anzeigenpanel, dass aufgrund eines Systemausfalls bei Triebwerk eins die Schubumkehr im Flug ausgelöst werden könnte, die das Flugzeug auf dem Boden abbremst, indem sie den Schub der Düsentriebwerke durch mechanische Schaufeln zur Vorderseite der Flügel schickt. Das Einschalten der Schubumkehr im Flug ist per Definition katastrophal. Das ist nahezu undenkbar. Die Crew nahm an, das Warnsignal zeige wegen Feuchtigkeit im System falsch an. Die Besatzung konnte nicht ernsthaft der Meinung sein, dass die Schubumkehr sich im Flug aktivieren würde, ganz gleichgültig, was auch geschehe. Außerdem vermeldete die Emergency/Malfunction-Checkliste der Boeing 767, in der die Crew sofort nachsah: "Kein Eingreifen erforderlich."

Nach 21 Flugminuten und 9 Minuten nach der Warnung schaltete Triebwerk eins auf Schubumkehr. Die Boeing brach in 4000 Fuß Höhe auseinander.

Wir nehmen den CVR-Mitschnitt genau in dem Augenblick auf, als der Kapitän den Hinweis "eines zusätzlichen Systemausfalls, [der] die Schubumkehr im Flug auslösen könnte" erhält. Dies war die erste und einzige Warnung.

Kapitän: Scheiße. Die hält ... Die geht an.