Hans Carl von Carlowitz Der Erfinder der NachhaltigkeitSeite 6/6
Die deutsche Forstwissenschaft und damit das Konzept der Nachhaltigkeit erlangten im Laufe des 19. Jahrhunderts weltweite Geltung. Absolventen der Forsthochschulen wirkten in Russland und Skandinavien, in Frankreich, selbst in Indien und anderen britischen Kolonien und in den USA. Sie machten sustained yield forestry, zu einem Schlüsselbegriff.
Vom sustained yield der internationalen forstlichen Fachsprache zum sustainable development des globalen Diskurses an der Schwelle zum 21. Jahrhundert war es zumindest begrifflich dann nur noch ein kleiner Schritt. Als in den siebziger Jahren die "Grenzen des Wachstums" in Sicht kamen, begann man in den Braintrusts der Uno das alte Konzept neu zu denken.
Ob damit der Stein der Weisen gefunden ist? "Ich glaube", sagt Georg Sperber, bayrischer Forstmann, Autor und Kenner der Geschichte seiner Zunft, "unsere Gesellschaft ist sich überhaupt nicht bewusst, welche Verpflichtung sie mit dem Rio-Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung eingegangen ist. Wenn diese Industriegesellschaft, diese Plünderungs-, Exploitations- und Beutemachergesellschaft, plötzlich wirklich ernst machen wollte, nachhaltig zu wirtschaften, so ist das ein Umkrempeln bis tief hinein in das Wesen dieser Industriegesellschaft. Eine Revolution im wahrsten Sinne des Wortes."
- Datum 09.11.2009 - 16:35 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 48/1999
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