Sie wollen Ihre Umgebung verändern? Sie wollen Reformer sein? Im Unternehmen oder in der Verwaltung? Im Verein, in der Schule? Niemand muss bei null anfangen. Es gibt Erfahrungen; und einige dieser Erfahrungen gehen mit Bildern einher, wie sie auf dieser Seite versammelt sind. Diese Symbole weisen auf Methoden hin - Denkmethoden, Gesprächsmethoden. Zum Leben erwachen sie nur innerhalb eines Veränderungsprozesses, indem sich Menschen auf sie beziehen.

An die Erwartung des Neuen erinnert das Ei. Es ist ein altes Symbol. Aber vor dem Ei war die Henne da. Die Stärken des Bisherigen diskutieren und erst danach, an welche Grenzen es heute stößt - das ist die Methode, die Menschen mitnimmt.

Der Karnevalist als Reformer? Nein, aber der Neuerer als Narr. Das Rollenspiel mit Narrenkappe befreit den Geist von unnötigen Grenzziehungen und falschen Höflichkeiten. Jedem die wahre Meinung sagen, die Strategien und Marotten von Mitwirkenden in der Nachahmung überzeichnen, im Gruppenzwang entstandene Routinen entlarven, Sonderinteressen hinter angeblichen Gemeinschaftszielen entdecken - dem Reformer in der Bütt sind kaum Grenzen gesetzt. Die Rolle sollte indes nicht zur einzigen Identität werden. Sonst wird die Narrenfreiheit zur Relevanzfreiheit.

Ein Finanzamt wird reformiert. Symbolisiert wird die Behörde durch den kleinen Kreis im oberen Bild, und das Drumherum, das ist die Gesellschaft. So kann man es sehen. Aber nun wird die Sichtweise umgestülpt: das Finanzamt als Peripherie. Zum Beispiel als Umwelt des Bürgers: Der wirtschaftet, und das Amt ist für ihn eine Rahmenbedingung. Wie nimmt er die Arbeit der Finanzbeamten wahr, was bedeutet sie für ihn, und wie sollte es sein? Andere Beispiele: Das Stadtzentrum, trägt es seinen Namen zu Recht? Ist der Computerbildschirm ein Peripheriegerät, der Prozessor ein Zentrum? Früher sah man das so. Doch zentral ist nicht der Computer, sondern sein Benutzer.

Das klappte doch immer so gut. Also mehr davon. Da hob man die Steuersätze an (im Bild: die vertikale Linie), und der Säckel des Staates füllte sich. Noch ein wenig mehr hier, ein weiteres Gesetzlein da - und auf einmal stellt man fest, dass die Staatseinnahmen (horizontale Linie) nicht mehr stiegen, sondern wieder sanken. Der Grund: Frustriert von den hohen Steuersätzen, arbeiten die Menschen weniger und verwenden mehr Mühe darauf, Steuern zu umgehen. Der US-Ökonom Arthur Laffer hat das Phänomen auf die Kurve gebracht. Des erprobten Mittels zu viel: Ob der Chef auf Gewinneinbußen reagiert, indem er die Kontrollschraube weiter anzieht, oder ob dem Staat gegen bestimmte Verbrechen nichts Besseres einfällt, als die Gefängnisstrafen immer weiter zu erhöhen - irgendwann schlägt die Wirkung ins Gegenteil um.

Wo bin ich, wo will ich hin? Dieses Schema dient dazu, dass sich Individuen, Gruppen oder Institutionen darüber klar werden. Die beiden Achsen können allerlei Größenpaare darstellen: Zufriedenheit und Effizienz zum Beispiel. In welchem Feld sehen Sie sich? Arbeitsaufwand und Erfolg: Wo ist Ihr Unternehmen? Ansehen und Selbstbewusstsein: Links oben oder rechts unten, das deutet auf fehlerhafte Wahrnehmungen hin. Oder nehmen wir das gegenwärtige Rentensystem: Wo liegt es, relativ zu den Koordinaten "Gerechtigkeit" und "Vertrauen"? Ein anderes Beispiel wäre die deutsche Gesetzgebung: Wo liegt sie in der Fläche der Koordinaten "Regelungsdichte" und "Effizienz " ?

Schön auch die Tabus, auf die zwar wacker gepocht wird, die aber in der Realität pausenlos verletzt werden. Direktdemokratische Elemente in unserer repräsentativen Demokratie sind über lange Zeit tabu gewesen - dabei haben Bürger in Kommunen und einigen Bundesländern durchaus politische Initiativrechte, und sie nutzen sie seit langem.