Lieber Ruhm im Netz als Rubel im SackSeite 2/2
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Der Erfolg von Open Directory und Slashdot hat Nachahmer auf den Plan gerufen. Lawrence Lessig, Rechtsprofessor an der Harvard-Universität, gründete vor einem Jahr das Projekt Open Law: Interessierte erstellen gemeinsam online Rechtstexte. Zur Zeit erarbeiten sie eine Klage gegen ein neues amerikanisches Gesetz, das den Urheberschutz stark ausweitet.
David Wiley, Student der Brigham-Young-Universität in Utah, geht noch weiter. Er hat eine Bewegung namens Open Content gestartet und eine spezielle Nutzungslizenz für elektronische Inhalte aller Art geschrieben. Diese open publications license (OPL) erlaubt jedem unter gewissen Bedingungen, Inhalte zu kopieren, zu verändern und weiterzuvertreiben. Allerdings lassen sich nicht alle offenen Inhalte kollektiv weiterentwickeln. Ein von vielen Freiwilligen verfasster Roman dürfte wohl kaum die Bestsellerlisten erobern. Auch virtuelle Köche können Brei verderben.
Andere Formen geistigen Eigentums eignen sich dagegen gut für eine offene Entwicklung - vorausgesetzt, das Projekt lässt sich leicht unterteilen und lockt viele ehrenamtliche Mitarbeiter an, deren Beiträge sich gut bewerten lassen. So könnten kollektiv erstellte Führer (von Restaurants bis Reisen) oder Wörterbücher kommerzielle Produkte vom Markt drängen.
Vielleicht sollte man aus dem Oxford English Dictionary mehr noch als bisher ein Open-Source-Projekt machen - zumal der Herausgeber, die Oxford University Press, derzeit das Werk komplett überarbeitet. Dies würde dann nicht mehr wie geplant eine Dekade dauern. Und das Kürzel des würdigen Werkes lautete unverändert OED: Open English Dictionary.
- Datum 16.03.2000 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 2000
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