Jetzt ist es raus. Wer an der Börse besonders erfolgreich ist, hat meistens wenig im Kopf. Beziehungsweise umgekehrt. Als erster gemeldet haben es wieder einmal die Kollegen vom Spiegel. Unter der Überschrift Dummheit siegt schreiben sie, dass sich "mit einer gehörigen Portion Unwissenheit" am Aktienmarkt besser Geld verdienen lasse als mit Expertenwissen. Als Beleg führen sie eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung an.

Darin wird festgestellt, dass die bekanntesten deutschen Firmen auch an der Börse die höchsten Kurssteigerungen aufweisen. Damit ist zwar nicht direkt bewiesen, dass Hohlköpfe die besseren Börsianer sind. Aber wenn man weiter denkt, so wie der Spiegel, ist der Schluss unausweichlich, dass jeder uninformierte Kleinsparer dem Fachmann überlegen wäre, wenn er Aktien kaufen würde, weil er sich dann die bekanntesten Namen aussuchte.

Das überrascht nicht. Schließlich ist es nicht nur an der Börse so, dass man mit Verstand und Intelligenz leicht scheitert. Die Feldbuschs und die Bundys (Eine schrecklich nette Familie) sind es, die heute Karriere machen und das große Geld kassieren. Mit einer soliden Bildung kommt niemand ins Big-Brother-Haus und erhält eine Viertelmillion, wohl aber, wenn er glaubhaft macht, nie ein Buch berührt zu haben.

In Politik und Wirtschaft ist es kaum anders. Einfachheit und Gags sind gefragt. Wer als Politiker einen klugen Satz sagt, fällt im Politbarometer sofort in den Keller. Intelligente Manager kommen ebenfalls nicht weit. Auch das ist wissenschaftlich längst belegt, wenn auch nicht vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Ein Harvard-Psychologe hat nachgewiesen, dass Grips höchstens zu zwanzig Prozent die Laufbahn in der Wirtschaft bestimmt. Der Hamburger Unternehmensberater Macioszek empfiehlt seinen Klienten sogar ausdrücklich, sich klein und dumm zu stellen, weil man damit in Verhandlungen weiter kommt.

Manche haben es schon immer geahnt: Die große Wirtschaft ist nichts als ein Blindekuhspiel. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die Zusammenhänge so schrecklich kompliziert und die Informationen so furchtbar viele geworden sind, dass sie niemand mehr in einen Kopf hineinbekommt. Da bleibt einem gar nichts anderes übrig, als aus dem Bauch heraus zu entscheiden. So wie es zum Beispiel Ray Kroe getan hat, als er 1960 gegen den Rat aller klugen Leute für wenige Dollar ein paar heruntergekommene Imbissbuden aufkaufte, die den etwas schrägen Namen McDonald's trugen.

Das Schönste daran aber ist, dass das jeder kann. Dass jeder damit eine Chance hat. Und je weniger er darüber nachdenkt, umso mehr steigen seine Aussichten auf Erfolg. Al Bundy an die Börse!