Manuel ist das erste Mal in Paris. Ohne Geld und Obdach streift er durch die Straßen. In Saint Germain des Prés trifft er Ann und verliebt sich in sie.

Ann ist selber mittellos und lebt vom Schnorren, Gitarrenspiel oder Zeitungsverkauf. Als sie ein Verhältnis mit einem Matrosen anfängt, gerät Manuel auf Abwege und muss für zwei Monate ins Gefängnis. Nach seiner Freilassung kann er Anns Liebe für eine Nacht gewinnen. Dann kehrt er in seine Heimat, nach Mexiko zurück. Hier erreicht ihn ein Brief von Ann

sie hat eine Geschlechtskrankheit, die er sich nun vermutlich auch zugezogen hat.

Ann schließt mit den Worten: "Na ja, es ist ohnehin alles scheißegal." Eine Liebe in Saint Germain des Prés - diese Geschichte wurde im Jahre 1956 als Fotoroman veröffentlicht. Mit ihr gelangte der holländische Fotograf Ed van der Elsken zu internationalem Ansehen. Sein Porträt einer großen Ernüchterung war stilprägend, vor allem der Einsatz dokumentarischer Fotos und eines Bildlayouts, das Assoziationen mit dem Spielfilm weckt. Dokumentation und Fiktion gehen so eine enge Liaison ein. Das zeigen auch van der Elskens spätere Arbeiten, engagierte Milieustudien und Reisereportagen, die ihn von Amsterdam über Afrika und Asien bis nach Amerika führten. Parallel dazu entstanden auch eine Reihe von Filmen, zuletzt die ganz unsentimentale Chronik seines Leidens und Sterbens, nachdem er erfahren musste, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. Eine Auswahl seines umfänglichen Werks ist im Kunstmuseum Wolfsburg noch bis zum 24. Mai zu besichtigen.