DIE ZEIT: Der sozialdemokratische Bundeskanzler verhilft einer Persönlichkeit der krisengeschüttelten CDU zum Chefposten beim Internationalen Währungsfonds ...

HORST KÖHLER (LACHT): Es spricht für sein Durchsetzungsvermögen.

KÖHLER: Ach, ich freue mich auf Washington und werde bewusst auch das Gespräch mit dem Kongress suchen. Manche Stimmen dort haben die Vorstellung, internationale Organisationen müssten vor allem auf die USA "hören". Im Zweifel bin ich bereit, kontroverse Diskussionen zu führen. Doch bin ich kein Konflikthansel, und insgesamt unterstelle ich eine konstruktive Einstellung: Die Amerikaner wissen, dass es zur Zusammenarbeit mit anderen Ländern keine Alternative gibt.

ZEIT: Die USA haben einen Anteil von 17,4 Prozent am IWF, die EU-Staaten 30,2 Prozent. Sollten sich die Europäer stärker einbringen?

KÖHLER: Absolut. Es wäre wünschenswert, dass die Europäer gemeinsam Konzepte entwickeln und stärker mit einer Stimme sprechen.

ZEIT: Es gibt deutsch-französische Gedankenspiele über einen gemeinsamen Sitz beim IWF.

KÖHLER: Da bin ich sehr aufgeschlossen.