Jean-Charles de Castelbajac hat den Papst und 5000 Bischöfe eingekleidet. Er hat die Kostüme für die amerikanische TV-Serie Charlie's Angels entworfen, die legendäre Punkband The New York Dolls ausgestattet und Johnny Rotten von den Sex Pistols beraten. Seit seiner letzten Kollektion, die er gerade in Paris und Berlin gezeigt hat, glaubt man an den Osterhasen auf den Schultern eines (Damen-)Mantels und an den Spaß in der Mode

Warum sagen Frauen immer, sie hätten nichts anzuziehen, obwohl ihr Kleiderschrank auseinanderbricht?

Und wieso haben sie bei wichtigen Verabredungen meistens das Falsche an?

Sich zu kleiden hat mit Emotionen zu tun. Man weiß nie genau, was einen erwartet, was passiert und womit man sich auseinandersetzen muss. Vor einem großen Examen liest man nie das richtige Buch. Das macht man meistens danach. Das Leben wäre sehr langweilig, wenn wir immer die richtigen Dinge zum richtigen Zeitpunkt tun würden. Gute Leute sind nie perfekt, wenn es darauf ankommt. Ihre besten Momente haben sie, wenn man es von ihnen nicht erwartet.

Kann man diesen Moment auch inszenieren, obwohl man perfekt ausgerüstet ist?

Wenn eine Frau mit 400 Paar Schuhen und 600 Outfits Gouvernanten hat, die ihre Kleiderschränke organisieren und ihre Garderobe zusammenstellen, dann ist ihr Leben ein Schlamassel. Wenn sie keine Fehler mehr macht, weil alles grandios ausgetüftelt ist, dann hat sie ein Problem. Das Unvorhersehbare löst Emotionen aus. Oft machen die Dinge, die man nicht erwartet, das Leben erst spannend. Zum Beispiel wenn jemand wie Sie ein Interview führen will und kein Mikrofon dabei hat. Ich habe Ihnen übrigens gern ausgeholfen.

Warum besitzen Frauen mehr Schuhe als Männer?