Hopper (Peter Lohmeyer) ist kurz angebunden, außer "nö, ne?" fällt ihm wenig ein. Das muss auch nicht sein, solange er auf dem Fußballplatz in Form ist und die Stimmung stimmt. Wie der Held, so der Film. Die Art, wie er die Bilder folgen und seine Amateurkicker dribbeln lässt, wie er die Geschichte holprig, gleichsam "nö, ne?"-mäßig vorträgt, nimmt unbedingt für ihn ein. Nie mehr zweite Liga reklamiert den Ruhrpottcharme nicht einfach per Dialekt und Schauplatz, er packt ihn nicht äußerlich drauf, sondern lässt ihn von innen hochperlen, gemächlich und in kleinen Dosen. Neben Hopper kicken Diesel (Dietmar Bär) und Sheriff (Jochen Nickel) im Geist mit den Dortmunder Borussen, und urplötzlich haben sie sich - aus Versehen, aber total real - in einen Falschgeldcoup verstrickt. Das dauert, bis sie von der dicken Marie endlich was abgreifen können. Doch die Zweite Liga ist eine echte Komödie und lieb zu ihren Helden. Den ewigen Absteigern lächelt am Ende das Glück. Genretypisch ist das nicht. Kleine-Leute-Filme verfahren meist erbarmungslos mit ihren Personen.

Regisseur Kaspar Heidelbach hat das Kunststück fertig gebracht, Volkstheater fürs Fernsehen zu machen: Hopper und Co. kommen wirklich von unten, wollen auch nicht woandershin, aber die zweite Liga ist auch nicht ihr Ding, und eine nette Frau muss schon dabei sein. Lothar Kurzawa als Autor hat seinerseits etwas Besonderes geleistet: Er zeigt - große Seltenheit im fiktionalen Fernsehen -, dass Leute, auch wenn sie sich beiläufig unterhalten, nachdenken , anstatt Zeilen aus der letzten Seifenoper besinnungslos zu wiederholen. In deutschen TV-Stücken gelten nur die genauso künstlichen wie unkünstlerischen Dialoge aus dem Drehbuchfundus als realistisch; dass kein Schwein so spricht wie Mutter Beimer oder die Barfrau im Tatort , ficht die Autoren nicht an. Kurzawa lässt seine Dortmunder beim Bier philosophieren; sie wälzen immerzu letzte Fragen nach dem Sinn des Lebens, der Liebe und des Fußballs. Das ist schön, weil es wahr ist: Wann und wo sonst philosophiert der Zeitgenosse, wenn nicht beim Bier, im Revier und mit einem echten "Paten" (Dieter Pfaff) an der Hacke? - Beide, Autor wie Spielmacher, lieben ihr Trio, und das spürt man: Diese Figuren erheben sich während der 90 Minuten locker in die dritte Dimension und kriegen Fleisch.