IT'S A FAMILY AFFAIR ...

Wie lange ist das her? Wenn im Soul der sechziger und siebziger Jahre Sly and the Family Stone, James Brown und Billy Paul die Familie als Hort des Zusammenhalts feierten, so trat spätestens mit Ice T die Gang an ihre Stelle.

Böse dreinblickende junge Männer, die ihren Vater nie gesehen hatten und mit der Sozialhilfe ihrer Mutter nicht fröhlich wurden, verschafften sich auf diese Weise wenn nicht Liebe, so doch ein wenig Schutz: Gemeinsam sind wir stark!

Schwarzes Familienleben? So richtig mit Mama und Papa? Das schien es bisher nur in Sitcoms oder im Werbefernsehen zu geben.

Jetzt formiert sich eine neue First Family of Soul, mit Gottes Segen. Angie Stone und D'Angelo: Die Sängerin mit dem Siebziger-Jahre-Afro und der Wunderknabe des Rhythm 'n' Blues haben sich nicht nur gegenseitig mit Musik und Texten für ihre neuen Alben versorgt. Nun lassen sie die Popwelt auch an ihrem gemeinsamen Kind teilhaben. Angela hat ihr Solo-Debüt Black Diamond - neben Jesus - ausdrücklich dem kleinen Michael D'Angelo Archer II gewidmet.

Und das dazugehörige Booklet ist gespickt mit Familienbildern: Eltern, Geschwister, Sohn auf Papis Schulter, Tochter auf Mamas Arm, Freunde der Familie ... Wenn Angie Stone in Songs wie Love Junkie oder Marvin Gayes Trouble Man den schwülen Funk der siebziger Jahre beschwört, dann fordert sie als Frau und Mutter: Bring The Family Back.

Und wer schiene da berufener als D'Angelo, einer, dem man zutraut, die Goldkette auf der Brust nur als Spielzeug für seinen Sohn zu tragen? So predigen die liner notes zu seinem neuen Soul Album Voodoo: Wir brauchen eine neue Sprache für dieses neue Zeitalter. Und eine neue Musik.