Das falsche Glück der amerikanischen Kleinfamilie mag er demaskieren, im Glück der Großfamilie Hollywood geht er selig auf: American Beauty erhielt am Sonntag fünf Oscars, und die Freude war gewaltig. Dass ausgerechnet der kiffende und wichsende Vorstadt-Aussteiger Lester Burnham zum Helden dieses Jahrgangs aufstieg, wirkte inmitten der glamourösen Oscar-Show noch einmal besonders merkwürdig. Und auch das Schönheitsideal aus Sam Mendes' Film, die Flüchtigkeit einer Plastiktüte im Wind, schien denkbar weit entfernt vom Aufwand, den die Gala-Gäste um ihr Äußeres betrieben hatten. Aber dieser Abstand verstärkt womöglich die tiefe Sympathie für den Siegerfilm. Wer vor der Show am roten Teppich das Blitzinterview-Fließband durchmachen musste und auch im Saal den Kameras immerzu ein perfekt geschminktes Lächeln vorzuzeigen hat, der träumt sicher gern von einem kleinen Ausbruch - und dem Joint danach. Nur Lesters neuer Job bei McDonald's scheint keine Alternative. Also weiterlächeln.