Zivildienstleistende sind bei der Berufsförderung eben nicht mit den Wehrpflichtigen beim Bund gleichgestellt. Amtlicherseits wird das gerne immer wieder behauptet, und rechtlich müsste es auch so sein - die Realität sieht aber ganz anders aus. Jüngstes Beispiel: Auf Anordnung des Ministeriums wird ein ganz normaler Sprachkurs für einen Zivildienstleistenden nicht mehr gefördert. Beim Bund dagegen legt man gerade auf die Fremdsprachenförderung besonderen Wert. Generell dürfen Zivis, anders als die Soldaten, für die Maßnahmen zur Berufsförderung keinen Sonderurlaub erhalten. Und etwas Vergleichbares wie den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr, mit dessen Hilfe Soldaten zum Beispiel auch den "Deutschen Wirtebrief" erwerben oder sich zum Barmixer ausbilden lassen können, gibt es im Zivildienst natürlich nicht. Stattdessen müssen Zivis noch bei jedem Volkshochschulkurs 20 Prozent der Kosten aus der eigenen Tasche bezahlen.

Werner Schulz, Stuttgart Chefredakteur von "Zivil - Zeitschrift für Frieden und Gewaltfreiheit"