Der Schauplatz: Berlin Baustelle. Die Figuren: ein Mann und zwei Frauen.

Drei zwischen Kiez und Kneipe, die sich flüchtig berühren und wieder verlieren. Das klingt nicht sehr aufregend - doch bevor man noch denkt, das deutsche Kino könne mal wieder ein neues Thema finden, hat der Film des in Berlin lebenden Iren Eoin Moore einen schon in seinen Bann gezogen. Plus Minus Null, mit zwei Videokameras und 60 000 Mark gedreht, steht in der Tradition von Ken Loach oder Mike Leigh, huldigt der Dogma-Ästhetik und verlässt sich zu Recht auf seine Darsteller. Wenn Svetlana (Tamara Simunovic), die Gelegenheits-Prostituierte aus Bosnien, ihr entwaffnendes Lächeln an die Freier auf dem Autostrich verschwendet wenn Überlebensprofi Alex (Andreas Schmidt) - "wie-der-Platz-wa" - sie beobachtet, skeptisch, neugierig, verknallt wenn Ruth (Kathleen Gallego Zapata), Svetlanas Kollegin, das greifbare Bürgerglück am Ende doch verschmäht - dann spürt man den Hunger auf Leben, der die drei antreibt, ihre wilde, verzweifelte Zärtlichkeit. Nichts wird erklärt in den Dialogen, die spontan beim Proben entwickelt wurden aber alles steht geschrieben in den Gesichtern, die die Kamera oft in Nahaufnahme zeigt. Am Ende packen zwei ihre Taschen und ziehen weiter, begleitet von den Songs von Element of Crime, den Lichtern der Nacht und dem Pulsschlag des Sommers. Letzte Ausfahrt: Baustelle.