Wenn jemand eine Firma gründen will, schlägt die Stunde der Ämter.

Obligatorisch ist die "Gewerbeanmeldung" (35,- Mark Gebühr, das Formblatt mit Durchschlägen muss bei der "Gewerbemeldestelle" abgeholt werden). Ihr sind allerhand Unterlagen beizufügen, Mietverträge zum Beispiel oder der Nachweis, dass der hoffnungsvolle Gründer eines Stehimbisses die eintägige "Gaststättenunterrichtung" bei der Industrie- und Handelskammer über sich ergehen ließ. Wer Reisen organisieren und dafür Busse chartern will, muss wiederum die Bescheinigung mitbringen, dass er die "Fachkundeprüfung für Omnibusunternehmen" bestanden hat. Die Prüfung umfasst unter anderem "Technische Normen und technischer Betrieb" - gewiss hoch interessant, aber für Reisebüros gegenstandslos.

Holprig wird der Weg für jene, die ihre Firma im Handelsregister eintragen lassen müssen

sie beschäftigen den Notar und das Amtsgericht, die beide kräftig Gebühren kassieren

die notarielle Beglaubigung des Registereintrags ist sodann der "Gewerbeanmeldung" beizufügen.

Damit kehrt aber noch keineswegs Ruhe ein. Je nach Geschäftszweck wollen auch Gewerbeaufsichtsämter, Ordnungsamt, Arbeitsamt oder der TÜV informiert werden und gegebenenfalls allerlei "Unbedenklichkeitsbescheinigungen" anderer Behörden abheften können.

Gerne bürden die Behörden einen Teil ihres Jobs dem Antragsteller auf: Er muss die steuerliche Veranlagung seiner Mitarbeiter berechnen, die Arbeitserlaubnis ausländischer Mitarbeiter einreichen oder die Schwangerschaft seiner Arbeitnehmerinnen anmelden. Hinzu kommt, dass Gesetze und Verwaltungsvorschriften oft unverständlich formuliert und Zuständigkeiten nicht eindeutig definiert sind