Wir schreiben das Jahr 2000. Ganz Gallien ist von Steuereintreibern besetzt. Ganz Gallien? Ja, selbst der letzte Winkel und sogar die Rebelleninsel Korsika. Von dort kommt die schöne Falbala, die Freundin von Obelix. Sie ist so schön, dass alle ihr Antlitz in Stein meißeln wollen. Ihre Büste schmückt heute alle Präfekturen des Landes. Die Einwohner nennen sie liebevoll Marianne, wie die Nationalheilige. Unter dem Künstlernamen Laetitia Casta dreht sie auch Filme über das Leben hier in Gallien, und diese modernen Magazine lichten sie immer wieder ab.

Bisher tat sich die Schmollmündige nie durch scharfsinnige Vergleiche der europäischen Steuersysteme hervor. Nur einmal sagte sie: "Ich bin manchmal überrascht, wie viel ich verdiene." Etwas später muss sie wohl doch erschrocken darüber gewesen sein, wie viel ihr der oberste Steuereintreiber in der Hauptstadt Lutetia (neugallisch: Paris), Lorentius Fabius, davon wieder abknöpft. Aus schnöder Rachsucht will die wohlgeformte Falbala jetzt ausgerechnet zu den Briten auswandern. Denn auf der Insel zahlt man angeblich weniger Tribut - wenn man schön und reich ist.

Ganz Gallien ruft natürlich Verrat. Undank ist der Welten Lohn. Wirst schon sehen, warnt Volkes Stimme, was du davon hast, wenn du erst einmal mit dem Gesundheitssystem auf der Insel konfrontiert bist und die hohen Mieten in deren Hauptstadt Londonium berappen musst.

Das Penthouse an der Themse zahlt indes Falbalas neuer Freund. "Und der ist nicht einmal Korse", verriet ihr Vater. O tempora, o mores.