Jetzt die guten Jahre

Deutschland im Aufschwung - der schwache Euro hilft, und die Stimmung steigt

Deutschland seit dem Krieg, eine Erfolgsstory. Und es scheint, dass die Republik nach langer Verunsicherung ihren Erfolg wieder genießen kann. Der Aufschwung kommt. Zehn Jahre nach der deutschen Vereinigung bessern sich die Staatsfinanzen. Auch spricht alles dafür, dass die Arbeitslosenzahl fallen wird: Der Höhepunkt einer Plage, die vor einem Vierteljahrhundert Europa befiel, liegt hinter uns, zumal die Bevölkerung tendenziell abnimmt.

Lehrlinge werden schon 2005 wieder äußerst gefragt sein.

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Gute Zeiten, schlechte Zeiten - so heißt eine Vorabendserie, so lautet auch das Gesetz der Wirtschaft. Es zählt nicht nur das Auf und Ab der Konjunktur, die in Epochen technischer Umbrüche seit jeher mehr Auf als Ab bringt, sondern die Grundstimmung im Lande. Und die ist gut, man freut sich über die neue Zuversicht in der Heimat der ewigen Pessimisten. Etwas ändert sich im Hort des Weltschmerzes.

Die Europäer haben eine Leidenschaft: Sie reden schlecht über die Nachbarländer. Die Deutschen aber reden noch schlechter über das eigene Land.

Darin haben sie eine Fertigkeit, um die sie niemand beneidet, wiewohl unser Kontinent darin geübt ist, auf sich selbst herabzuschauen.

Blicken wir indessen zurück: In den sechziger, siebziger Jahren litt die Jugend unter den starren Verhältnissen, sie protestierte und änderte manches im Lande, oft zum Guten. Trotzdem blieb ein unglaublicher, uralter Kulturpessimismus: eine Gedankenwelt, in der Zuversicht als Untugend galt

man hatte immer das Schlimmste vor Augen.

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