Amerika guckt in die Röhre

Die Ölpolitik der USA scheitert an der Wendigkeit der Kasachen. Die Russen springen gerne in die Bresche

Moskau/Almaty

Das kaspische Öl war eingeschlossen wie die Fliege im Bernstein.

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Amerikanisches Petroleum ließ in aller Welt Städte und Haushalte erleuchten.

Selbst die Bewohner der georgischen Hauptstadt Tiflis kauften das Öl aus den fernen Vereinigten Staaten billiger als das aus dem nur 550 Kilometer entfernten Baku. Doch dann bauten Europäer und Russen mit einem französischen Kredit eine Eisenbahnlinie. Sie brachte Ölwaggons aus Baku quer über den Kaukasus ans Schwarze Meer. Seine Gipfel überwanden die Konstrukteure durch 400 Tonnen Dynamit aus dem Hause Nobel. Eine 67 Kilometer lange Pipeline wurde in den Berg gesprengt. Durch sie floss das kaspische Öl auf den Weltmarkt. Amerikas Vorherrschaft war gebrochen. Sein Anteil am Weltexport von Petroleum fiel in kurzer Zeit um zehn Prozent, ein dreißigjähriger Krieg um die Ölmärkte der Welt brach aus. Das war vor 110 Jahren.

Ungeachtet aller Hektik um die "neue Ökonomie" ist Öl auch zu Beginn des 21.

Jahrhunderts das Elixier des Wirtschaftslebens. Erneut ringen die Mächte darum, durch welche Pipelines sich das von Gebirgen und Landmassen eingeschlossene kaspische Öl auf die Weltmärkte bringen lässt. Die Vereinigten Staaten wollen das Kaspische Meer als eine von anderen Ölstaaten unabhängige Rohstoffregion aufbauen. Nach 1991 ergab sich dafür eine strategische Chance. Das Ziel: den Russen die exklusive Vorherrschaft zwischen Kaukasus und Pamirgebirge nehmen und den "Schurkenstaat" Iran nicht in das Vakuum hineinlassen. Amerika förderte die Unabhängigkeit der jungen Staaten Zentralasiens und versprach, ihnen die Tür zur Welt zu öffnen. Als Türgriff boten sich die amerikanischen Ölkonzerne an.

Die Strategie schien lange Zeit aufzugehen. Doch wie am Ende des 19.

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