Being Erich Ribbeck

Ich freue mich schon auf die Sondermeldung, die morgen jeder Radio- und Fernsehsender verbreiten wird: Teamchef Erich Ribbeck hat in allerletzter Minute zwei Änderungen in seinem Aufgebot für die Europameisterschaft vorgenommen und Thomas Häßler sowie Andreas Möller nachnominiert. Die Leidtragenden dieser Entscheidung sind die Spieler Hamann und Wosz, die ohne Angabe von Gründen ausgeladen wurden ...

Ribbeck und ich harmonieren bestens. ER + ICH = ERICH könnte man bilanzieren.

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Und niemand kann an der Lauterkeit meiner Absichten zweifeln. Alles, was ich will, ist, unsere Nationalelf vor einem Totalfiasko bei der EM bewahren.

Im Grunde brauchte man natürlich zehn bis fünfzehn neue Spieler, aber das ist in einer Viertelstunde unmöglich hinzukriegen. Effenberg wäre natürlich unverzichtbar, aber den müsste man wohl eine ganze Nacht lang vollquatschen.

Bei Häßler und Möller weiß man zumindest, dass sie spielen wollen und auf meinen Anruf gewartet haben. Überraschenderweise wollen beide wissen, wen ich für sie streiche und warum. Mit kniffligen Gegenfragen habe ich nicht gerechnet, deshalb muss ich improvisieren. Der Hamann, dieses lange Elend, habe sich kurzfristig entschieden, dem Fußball den Rücken zu kehren und wieder zu seiner angestammten Sportart, dem Querfeldeinlauf, zurückzukehren.

Den Wosz habe man endlich mit seinen falschen Papieren geschnappt und zurück in seine polnische Heimat expediert.

Icke Häßler, der Herzensgute, bedauert das Schicksal der Eliminierten wenigstens aufrichtig, aber Möller lacht nur dreckig. Beide versprechen, morgen pünktlich auf der Matte zu stehen. Die Viertelstunde ist fast vorbei, da erst fällt mir ein, dass ich mir beziehungsweise Sir Erich ja Rückendeckung verschaffen muss. Die Öffentlichkeit muss informiert werden.

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