Das Expo-Journal (1)

Der Countdown läuft: nur noch 27 Tage bis zur Eröffnung der Expo. Auf der größten Baustelle Deutschlands wird mit Volldampf gearbeitet. Die präsentiert sich von oben hui - von unten betrachtet eher, na ja ... Doch von Panik keine Spur. Die Deutschen sind ja fleißig und arbeiten gern, wie der Vorarbeiter des nepalesischen Pavillons weiß. Und Rechnen können sie auch. Wer die Aussicht von der Postbox aufs Gelände genießen will, muss erst mal zehn Mark Parkgebühren zahlen. Oder mit der Bahn fahren. Die Expo ist schließlich keine Billigvorstellung. Das dachte sich wohl auch die Bahn, die zur Expo 24 Mark Aufpreis auf Fahrten mit dem ICE nach Hannover verlangen will. Preiswerter sei ja die Fahrt mit Sonderzügen - nur, liebe Bahn: Da brauchen wir aber eine Eintrittskarte für die Expo. Die hat noch nicht begonnen und wird schon meistbietend verkauft. Ein Frankfurter Auktionshaus verhökert die Einzelteile der Veranstaltung. Geschätzter Gesamtwert: immerhin rund eine Millarde.

Vielleicht interessiert sich ja jemand für die Seilbahn mit den süßen gelben Gondeln! In der Zwischenzeit wollen auch die Hannoveraner ihren persönlichen Beitrag zur Expo leisten. Waltraut Volkmann-Linnenberg hat schon mal ein Lied für das Polizeimusikcorps geschrieben. Refrain: Wo Völker sich verbinden und reichen sich die Hand, ja das bedeutet Leben in unserm schönen Land. Nach der Expo, da ist sich Frau Volkmann-Linnenberg sicher, wird Hannover nicht mehr als Provinz dargestellt. Nie mehr.

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    • Quelle DIE ZEIT, 19/2000
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    • Schlagworte Expo | Transport und Verkehr | Bahn | Hannover | Oder
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