Ding statt Gesicht - Safer Sixpack- Linsen aus Vinyl - Drollige Roboter

Bauklötze, ein Teller, das Gesicht der Mutter - das Gehirn eines Autisten macht offenbar keine Unterschiede. Ob Mensch oder Objekt, alles wird als bloßer Gegenstand wahrgenommen. Der normale soziale Kontakt ist dadurch enorm erschwert. Dieser Wahrnehmungsblockade autistischer Menschen kamen die Forscher der Universität Yale mithilfe der funktionalen Kernspintomographie auf die Spur. In derjenigen Hirnregion, die für das Erkennen von Gesichtern zuständig ist, wiesen sie eine stark verminderte Aktivität nach. Im benachbarten Bereich aber, der Eindrücke von Objekten verarbeitet, waren die Nerven besonders aktiv. Durch die Fehlleitung geht den Autisten anscheinend die Fähigkeit verloren, Mitmenschen als solche zu erkennen und angemessen auf sie zu reagieren.

Safer Sixpack Eine Anhebung der Biersteuer dämmt die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten ein. Diesen nüchternen Schluss zieht eine amerikanische Studie zum Einfluss der Alkoholpolitik der Regierung auf die Zahl der Tripper-Fälle unter Jugendlichen. Immer wenn der Gerstensaft günstig war, ließen die enthemmten Kids ihrer Libido freieren und ungeschützteren Lauf. Eine 20-prozentige Erhöhung der Alkoholsteuer senkte dagegen die Anzahl der Gonorrhö-Fälle um immerhin 9 Prozent.

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Linsen aus Vinyl Vergesst die CD, der guten alten Schallplatte gehört die Zukunft - zumindest in der Röntgenoptik. Schneidet man nämlich zwei Streifen aus einem Vinyl-Tonträger aus und ordnet sie mit den Rillen gegenüberliegend an, dann wirken diese wie Hunderte aufeinander folgende Linsen, deren Wirkung sich addiert. Mit dem Vinyl-Trick ist es einem Team schwedischer und amerikanischer Physiker gelungen, Röntgenstrahlen zu bündeln (Nature, Bd.

404, S. 951). Durch normale Linsen werden diese nur ganz schwach abgelenkt, im Gegensatz zu sichtbarem Licht. Da Röntgenstrahlung eine sehr kurze Wellenlänge besitzt, lassen sich mit ihr immer kleinere Strukturen herstellen und beobachten. Die Schallplatte stellt hierfür eine billige Optik ohne störende Abbildungsfehler dar.

Drollige Roboter Auch Haustiere könnten einmal das Los der Wegrationalisierung erleiden. Etwa durch die von der Firma Philips entwickelten Ludic Robots. Die völlig stubenreinen elektronischen "Haustiere" sind Teil der Designstudie "Das Haus der nahen Zukunft". Anders als der programmierbare Roboterhund Aibo, den Sony 1999 vorstellte, ähneln diese automatischen Hausgenossen keinem Tier und sind auf das Wesentliche reduziert: Unberechenbar erkunden sie mit ihren Sensoren die Umgebung und reagieren mit Bewegungen und Geräuschen auf Berührung, Gesten und Sprache. Dabei erlernen sie bestimmte Verhaltensmuster und folgen zum Beispiel anhänglich ihren Besitzern. Als Nächstes sollen die Kleinen untereinander Kontakt aufnehmen. Andere Robos trainieren dafür bereits in der Schweizer Universität Freiburg. Im ersten Versuch gingen sie aufeinander los.

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 19/2000
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    • Schlagworte Roboter | Sony | Wissenschaft | Philips | Gehirn
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