Der größte Pavillon der ganzen Expo hätte es werden sollen, eine typische amerikanische Main Street auf 12 000 Quadratmetern, ökologisch korrekt ganz aus Holz gezimmert. Hollywoodstars würden dort Schauspielunterricht erteilen, verkündete der eigens von US-Präsident Bill Clinton ernannte Generalkommissar für die Expo 2000, William Rollnick, ein Industrieller aus New York, unter anderem Aufsichtsrat beim Spielzeughersteller Mattell.

Zusammen mit seiner Frau Nancy mühte sich Rollnick, jene 40 Millionen Dollar an Sponsorengeldern aufzutreiben, die für den hannoverschen US-Auftritt notwendig gewesen wären - vergeblich: Mitte April erklärten die Vereinigten Staaten, dass sie "keinen eigenen Pavillon bei der Expo 2000 haben werden". Die Weltausstellung wird also ohne die einzig verbliebene Weltmacht stattfinden - eine schwere Blamage für die Expo GmbH. Doch nach außen spielt man das Thema in Hannover herunter, gibt sich gar erleichtert. Er sei froh, dass dieses endlose Gerangel um die Teilnahme der USA nun endlich vorüber sei, sagt Expo-Mitgeschäftsführer Reinhard Volk.

So ist es wohl mehr als nur eine Ausflucht, wenn der amerikanische Botschafter in Berlin, John Kornblum, zum Fernbleiben seines Landes auf der Expo sagt: "Es zeigt vielleicht, dass eine solche Weltausstellung nicht mehr unbedingt zeitgemäß ist." Die US-Regierung will nun eine Web-Seite im Internet einrichten und dort "Aspekte amerikanischen Lebens und amerikanischer Werte" weltweit zugänglich machen, erklärt Rollnick.