Die Welt sorgt sich um die entführten Touristen auf den Philippinen, und nun heißt es, der Computervirus ILOVEYOU kam von dort. Sind Ihnen die Menschen in Ihrer Wahlheimat eigentlich noch geheuer?

Zu Misstrauen gibt es gar keinen Grund. Ich lebe seit 18 Jahren hier und fühle mich sehr wohl. Bleichgesichtern wie mir passiert normalerweise nichts.

Die Philippinen sind eine der größten Demokratien in Asien, es gibt halt auch ein paar Terroristen. Sie treiben ihr Unwesen im Süden, mehr als tausend Kilometer entfernt von Manila. Und mit Computern kennen sich die Filipinos eben aus. Herr Schröder könnte froh sein, wenn es ihm gelänge, ein paar Experten abzuwerben.

Sie leiten in der Nähe der Hauptstadt eine Hemdenfabrik mit 540 Mitarbeitern.

Sind Sie sicher, dass Sie vor Ihren Leuten keine Angst zu haben brauchen?

Ja, ich führe den Betrieb wie eine Familie. Die Filipinos sind freundliche Leute, sehr zurückhaltend und absolut konfliktscheu. Gibt es ein Problem, kommen sie immer erst zu mir, wenn der Schaden schon unübersehbar ist. Vor kurzem hielt ich einen Vortrag an einer Universität und empfahl den Studenten, auch mal laut zu sein: Die kommen zum Vorstellungsgespräch und klopfen so leise an die Tür, dass sie niemand hört.

Leisten die Filipinos trotz ihrer Scheu gute Arbeit?