Er kommt an einem wolkenlosen Tag, ein unverhoffter Gast mit angeklebtem Zottelbart. Keiner zum Fürchten, eher eine harmlose Vogelscheuche, doch das glaubt nur das Kind. Denn hinter seiner Maske steckt eine zweite Maske, die wird er tragen bis zum Schluss. Und dann ist nur noch Hass, wo Liebe war, ist Blut, Zerstörung und Verrat.

Eines langen Tages Reise in die Nacht: So hieß ein Theaterstück, das verfilmt wurde. Und so könnte auch unser Film treffend heißen, der im ersten Teil noch ganz im Geiste eines anderen Theaterautors zu stehen scheint. Tatsächlich hat der Regisseur, der aus einer Künstlerfamilie stammt, mehrfach kleinere Stücke aus dessen literarischem Werk für die Leinwand adaptiert eines davon, die tragische Ballade einer unerfüllten Liebe, machte ihn bekannt. Und auch hier wird eine unvollendete Sehnsucht ins Unglück führen, schon deshalb, weil die Umstände so sind, wie sie sind. Da bleibt keinem mehr die Luft zum Atmen, wie eine Episode drastisch demonstriert. Nur ahnt da noch keiner, was wirklich draus wird.

Übrigens waren die Reaktionen auf unseren Film recht geteilt: Während er im Ausland Preise einheimste, war man in der Heimat des Regisseurs eher skeptisch. Zu unentschieden, verklärt oder auch zu einseitig erschien er manchen, trotz oder gerade wegen seiner fast schmerzlich schönen Landschaftsbilder.

Die hatte es auch schon in seinem vorherigen Film gegeben: einer Geschichte gleichsam von Bedrohung, die freilich noch mit viel Humor herüberkam.

Kleines Detail am Rande: In beiden Filmen fragt ein Reisender nach dem richtigen Weg. Doch während der erste Freunde fürs Leben findet, wird dem zweiten, der wie der Bruder des ersten wirkt, seine Irrfahrt zum Verhängnis.

Wie heißt der Film?

Auflösung aus Nr. 20: Ninotschka. Ernst Lubitschs Komödie von 1939 überraschte mit einer Greta Garbo, wie man sie noch nie zuvor gesehen hatte: heiter und gelöst. Garbo laughs! lautete denn auch der Slogan auf dem Kinoplakat. Die Rolle einer linientreuen Russin, die sich in Paris zur liebenden Frau verwandelt, war eine ihrer letzten vor dem Rückzug von der Leinwand Lubitsch drehte 1942 sein Meisterwerk To Be or Not to Be.