Schlechte Geschäfte heizen das Fusionsfieber an - was man in diesen Tagen gut bei den Internet-Startups beobachten kann. In dieser Woche hat das britische Internet-Auktionshaus QXL angekündigt, sich bis August den deutschen Konkurrenten (und hiesigen Marktführer) Ricardo.de einzuverleiben - mit Zustimmung des Ricardo-Managements. Den Deutschen bleibt bei dem Geschäft nur die Rolle des Juniorpartners, obwohl Ricardo.de mehr Kunden und Auktionsumsätze verzeichnet als QXL, deutlich weniger Verluste schreibt und auch einen höheren Börsenwert auf die Waage bringt. Nach den bisherigen Plänen werden die Ricardo-Aktionäre zwischen 43 und 49 Prozent an dem neuen Unternehmen halten die Briten stellen den Chef wie den Firmensitz. Das Gemeinschaftsunternehmen QXL Ricardo wäre mit 1,3 Millionen registrierten Kunden Marktführer in Deutschland, Großbritannien, der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und Norwegen - allerdings nur im Moment. Denn der eigentliche Fusionsgrund ist, dass die zwei Firmen den Angriff des US-Marktführers eBay abwehren müssen, der sich bereits mächtig in die europäischen Märkte einmischt und eine erfolgreiche deutschsprachige Seite im Internet unterhält.