Sie meinen, mit der Wahl eines Hundes sei diese Kolumne endgültig auf denselben gekommen? Dann erinnern Sie sich vielleicht mal an den Frühling vor einem Jahr, als die Frage von Krieg und Frieden im Kosovo so dicht wie die Zähne eines Reißverschlusses mit dem Hormonspiegel des US-Präsidenten ineinander zu greifen schien. Bomben auf Belgrad als Kollateralschaden einer Affäre im Oval Office - wer oder was schützt uns vor ähnlichen Zuspitzungen?

Im Augenblick ist es Buddy. Bill Clintons Hund.

Ehe Sie jetzt die Lefzen hochziehen (will man dem armen Mann jetzt auch noch Sodomie anhängen?), sogleich ein klärendes Wort: Die psychisch stabilisierende Wirkung von Hund und Katze auf Menschen ist in wissenschaftlichen Testreihen zweifelsfrei bewiesen. Und wie sehr braucht der Chef der einzig verbliebenen Supermacht dieser Tage Trost und Seelenbalsam!

Denn er muss Einsamkeit ertragen: Ehefrau Hillary hält sich zur Vorbereitung ihrer Kandidatur für den Senat immer häufiger in ihrem Haus in New York statt in Washington auf. Besorgter Nachfrage der Presse begegnete Clinton mit dem zweitschönsten Geständnis, das ein Mann äußern kann: Ich habe einen Freund bekommen. Er schläft bei mir, wenn Hillary nicht da ist. Er ist ein wahrer Freund. Wir haben eine großartige Zeit zusammen. Nomen est omen, ein richtiger buddy eben - ein Kumpel.

Damit trägt der First Dog of the Nation allerdings auch eine gewaltige Last auf seinen Labradorschultern. Denn wer weiß, wie vielfältig konstruktiv seine Gegenwart wirkt?

Ein Beispiel, hypothetisch: Die Falken im Senat drängen mal wieder auf ballistisch-erzieherische Einwürfe gegen einen Schurkenstaat wie, sagen wir, den Irak Bill ist wegen Hillarys Absenz aber kaum fähig, dem etwas entgegenzusetzen. Da sieht er doch, wie Socks (First Cat seit 1992) liebevoll von Buddy abgeschleckt wird. Ein Zeichen: Natürliche Feinde können sich lieben! Und wie durch ein Wunder muss eine strategisch wichtige Koranschule am Stadtrand von Belgrad nicht zerbombt werden.

Dass Buddy einen top job macht, hat schon Tradition: Vor ihm gab es bereits 33 weitere Hunde im Weißen Haus, nur 9 der letzten 42 Präsidenten regierten unbehundet. Und was waren das für, ja: Männerfreundschaften! Ich bin es gewohnt, bösartiger Gemeinheiten bezichtigt zu werden, soll Franklin D.