Der politisch korrekte Deutsche trinkt nicht irgendeinen Kaffee. Um das beliebte Gebräu mit gutem Gewissen zu genießen, greift er zu den Bohnenpackungen mit TransFair-Siegel und zahlt dafür auch gerne etwas mehr.

Der gleichnamige Kölner Verein sorgt mit den Lizenzgebühren dafür, dass die Kaffeebauern in Übersee ein erträgliches Auskommen haben. Jetzt freilich wird es schwer, sich für den richtigen Kaffee zu entscheiden: Auf den Markt kommen nämlich Greenpeace-Bohnen - sie sollen noch zukunftsverträglicher sein als herkömmlicher TransFair-Kaffee. Kein Wunder, dass die Kölner TransFair-Organisatoren, die ohnehin mit schrumpfendem Absatz zu kämpfen haben, deswegen irritiert waren, wie Geschäftsführer Dieter Overath zugibt.

Man einigte sich mit Greenpeace schließlich darauf, dass auch der "Green Change"-Kaffee, so die offizielle Bezeichnung, das TransFair-Siegel trägt.

Was also zeichnet die Greenpeace-Bohnen aus, zumal ihr Lieferant, die Firma Tempelmann aus Dorsten, auch bisher fairen Kaffee produzierte? Sie stammen zu 100 Prozent aus biologischem Anbau (normaler TransFair Kaffee: rund 30 Prozent), sind ökologisch korrekt, nämlich aluminiumfrei verpackt. Und die Fabrik, in denen der Kaffee hergestellt wird, soll von Anfang kommenden Jahres an sogar ohne Atomstrom arbeiten. Der Greenpeace-Kaffee ist das erste "future product", mit dem die Umweltschützer um die Gunst der Verbraucher werben. Derweil versucht TransFair, neue Märkte zu erschließen - mit prominenter Hilfe. Anlässlich der bundesweiten Einführung von Orangensaft mit dem Ethiksiegel engagiert sich Giovane Elber, der brasilianische Fußballkünstler in Diensten des FC Bayern München, für fairen Handel und gegen Kinderarbeit beim Orangenpflücken. Rund 90 Prozent des hierzulande konsumierten Orangensaftes stammen aus Elbers Heimat Brasilien.