Nach dem wunderlichen, geradezu fluchtartigen Abgang des Gründungsgeneraldirektors und Professors Christoph Stölzl (zz. Berliner Kultursenator) am Ende der so genannten Ära Kohl hat das just im Umbau und auch über zwanzig Jahre nach seiner Gründung immer noch ohne Konzept befindliche Deutsche Historische Museum in Berlin jetzt einen neuen Chef.

Hans Ottomeyer heißt er, war wie Stölzl am Münchner Stadtmuseum tätig und organisierte zuletzt als Direktor der Staatlichen Museen Kassel einige prächtige, vor allem von dem russischen Energiekonzern Gazprom großzügigst mitsponsorierte Ausstellungen im Kasseler Fridericianum (Katharina die Große, 1998 Die Geburt der Zeit, 1999). Ottomeyer, geboren 1946 in Detmold, studierter Kunsthistoriker und anerkannter Möbelfachmann, wurde auch durch die beliebte Fernsehsendung Kunst und Krempel bekannt, bei der Zuschauer ihre Flohmarktschnäppchen und Dachbodenfunde schätzen lassen dürfen - für das Deutsche Historische Museum mit seinem obskuren Fundus und exorbitanten Etat also ganz offensichtlich genau der richtige Mann.