Jean Tinguely Retrospektive Wie glatter Hohn auf die Roboter an den Fließbändern des benachbarten Volkswagenwerks wirken die sperrigen, ratternden Maschinen von Jean Tinguely im Kunstmuseum Wolfsburg.

Ohrenbetäubender Krach erfüllt die Räume. Metallene Federn quietschen, Eisenteile ächzen, Ketten rasseln. Meta-Maschinen nannte der vor neun Jahren gestorbene Schweizer aus Fribourg mit Wohnsitz in Paris seine rostigen, schwarzen Wundermaschinen. Schon mit 14 bastelte er die ersten Kunstwerke am Waldbach: Wasserräder aus Konservenbüchsen, auf die Hämmerchen schlugen. Von da an schepperten und krächzten seine kunstfertigen Objekte, Nonsens mit Nutzen verbindend (links: Der Philosoph). So verspielt die blechernen Ungetüme zunächst auch wirken mögen - dem Künstler war es damit ernst: Mit melancholischem Witz fragte er nach Sinn und Macht der Technik. Die Ausstellung L'Esprit de Tinguely läuft vom 20. Mai bis zum 3. Oktober. Dann hat die Präzision wieder gewonnen.

Wolfsburg, Kunstmuseum, Porschestraße 53, Di 11-20 Uhr, Mi-So 11-18 Uhr, Eintritt 12 Mark, ermäßigt 8 Mark