Klaus Harpprecht teilt in seinem Tagebuch über den Rücktritt Willy Brandts als Bundeskanzler mit, welchen Ausdruck er auf meinem Gesicht wahrgenommen haben will, als wir an jenem Tag im kleinen Kreis um Willy Brandt versammelt waren. Ich werde mich hier nicht zu meinen Gefühlen in jener Stunde äußern. Sie sind meine Privatsache, obwohl alle, die dort saßen, in unterschiedlichem Maße Personen der Zeitgeschichte waren.

Im Gegensatz zu Harpprecht habe ich mein Tagebuch noch nicht rekonstruiert.

Aber wenn ich eines Tages über jene Zeit schreiben werde, so werde ich wohl Gesichtsleserei nicht für eine zuverlässige Methode der Erkenntnis ansehen.

Sie hat freilich den Vorteil, dass sie Unterstellungen keine Grenzen setzt.

Günter Gaus Reinbek bei Hamburg