Ich lebe bereits seit mehreren Jahren nach dem Buddhismus. Die Denk- und Handlungsweise des Christentums konnte und kann ich nicht vertreten. Wem und wie ich helfen kann, das entscheide ich ganz subjektiv von Fall zu Fall. Nur so kann ich immer zu 100 Prozent hinter jedem Einsatz und meiner jeweiligen Hilfsbereitschaft stehen.

Im Buddhismus betet man nicht zu einem Gott. Man befasst sich mit unmittelbaren, menschlichen, praktischen Dingen, nicht damit, ob es einen Gott gibt oder nicht. Darum bedeutet ein Annehmen des Buddhismus auch nicht unbedingt das Ablegen des bisherigen Glaubens. Ein Buddhist respektiert alle Religionen. Er hält keine Predigt über die Sünde. Er behauptet nicht, dass es nur einen einzigen rechten Weg gebe. Er bietet uns einen Weg zur Weisheit an, zur Erleuchtung.

Das Wort Buddha ist abgeleitet von Buddh, was so viel bedeutet wie: wach sein oder erleuchtet sein. Der Buddha war ein menschliches Wesen, keine Gottheit, ein tief erleuchteter Mensch, der vor allem ein Lehrer war. Er lehrte Mönche und Laien, wie man das gute Leben lebt, welches zum Nirwana führen soll.

Die lebendige Weisheit, die sich in ihm formte, brachte der Menschheit eine neue Religion. Nach seiner Erleuchtung predigte Buddha einer kleinen Gruppe von Neugierigen. Die, die seine Worte hörten, wurden seine Schüler. Von da an lehrte der Buddha für den Rest seines Lebens. Er widmete sich allen, die seinen Rat, seine Weisheit, seine Barmherzigkeit suchten. Als die Zahl seiner Schüler immer größer wurde, gründete er den Sangha, den buddhistischen Mönchsorden. Seine Schüler gaben seine Lehre von Generation zu Generation mündlich weiter. Erst lange Zeit nach seinem Tod wurden seine Worte aufgezeichnet.

Es gibt keine formelle Einführung, Weihe oder Taufe in den buddhistischen Glauben. Wenn ein westlicher Mensch zu der Überzeugung kommt, dass er Buddhist ist, ist das eine tiefe persönliche und soziale Aussage. Dieser Mensch nimmt sich vor, dem Weg zu folgen. Er sagt: Ich glaube, wie es der Buddha lehrte, dass mein Verhalten wohlwollend, gütig, erfüllt von tiefem Mitgefühl, voll freudiger Sympathie und Gelassenheit sein sollte. Ich glaube, dass dies die Basis einer ethischen Haltung - rechtes Handeln, rechtes Sprechen, rechte Lebensweise - ist, entsprechend einem Entwurf einer menschlichen Gesellschaft, die sich auf universelle Liebe und Barmherzigkeit gründet.

Der Buddhismus führt uns zur Vervollkommnung der geistigen Haltung durch die Meditation. Das ist ein weiterer starker Anziehungspunkt für mich.

Die Meditation soll helfen, die Willenskraft zu entwickeln, um den gewöhnlichen Lauf unserer Gedanken zu ändern und die Einsicht in den Zustand unseres Geistes und damit unmittelbare Erkenntnis zu erlangen.