Roger de Wecks These, Deutschland käme jetzt in "die guten Jahre", ist durchaus nachvollziehbar. Besserung der Situation auf dem Arbeitsmarkt und Steigerung des Wirtschaftswachstums sind in Sicht. Als dessen Folge wird eine Abnahme der Arbeitslosigkeit angeführt: diese "Plage" soll 2010 ein Ende haben, weil die Bevölkerung "tendenziell abnimmt".

Und dabei ist gerade diese Abnahme der Bevölkerung ein weitaus langfristiger wirkender Faktor als die Steigerung des Wirtschaftswachstums. Im Zweiten Zwischenbericht der Enquetekommission "Demografischer Wandel" des Deutschen Bundestages (BT Drucksache 13/11460) findet sich eine Prognose des Prognos-Institutes von 1998, nach der das Bruttoinlandsprodukt zwar bis 2010 ansteigt, danach aber bis zum Jahr 2040 auf 0,8 bis 1,5 Prozent absinkt. Der Anstieg bis 2010 wird durch die weltwirtschaftliche Entwicklung begründet, der rapide Rückgang aber eben durch den Bevölkerungsrückgang.

Prognosen zur demografischen Entwicklung in Deutschland zeigen: Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerung von 81 827 499 (1995) auf 73 341 571 Menschen abnehmen (Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft 3/1998). Ohne Migration läge diese Zahl sogar bei 48 Millionen Menschen.

Eine der zentralen Aufgaben der Politik wird es also sein, sich mit dieser Entwicklung auseinander zu setzen und langfristige Lösungskonzepte zu erarbeiten.

Till Blume, Konstanz

Kein Wort zu den Verhältnissen in den neuen Bundesländern!

Der wirtschaftliche Aufschwung hat kein einziges Problem gelöst. Fundamentale Weichenstellungen in der Steuer-, Renten- und Gesundheitspolitik lassen immer noch auf sich warten. Atomausstieg und Umbau der Bundeswehr sind ungeklärt.