Praktische BuchwissenschaftSeite 2/2
Michael: Voraussetzung für unseren Studiengang ist eine abgeschlossene Lehre im Buchhandel oder einem Verlag. Das ist sehr sinnvoll, weil sich dann nicht jeder einschreibt, der gerne liest und nicht weiß, was er sonst studieren soll. München ist sehr praxisorientiert. An anderen Universitäten liegt der Schwerpunkt mehr auf Geschichte, bei uns hingegen auf Betriebswirtschaft.
zeit: Hat Ihnen das Studium für eine Karriere im Verlag genützt?
Michael: Nicht unbedingt. Ich fange jetzt als Verkaufsassistentin bei Econ-Ullstein-List an, dem Verlag, bei dem ich meine Lehre gemacht habe. Aber ich habe auch nicht studiert, um danach einen Karrieresprung zu machen.
zeit: Was hat Ihnen das Studium dann gebracht?
Michael: Vor allem Einblicke in die Betriebswirtschaft und ins Marketing.
Auch die berufspraktischen Kurse waren wegen der Teamarbeit sehr gut. Das Problem ist, dass das Studium in der Branche nicht bekannt ist. Die meisten, die davon hören, denken, man ist ein bibliophiler Typ und hat sich nur mit Gutenberg beschäftigt. Deshalb gründete unser Jahrgang gleich eine Fachschaft. Wir schrieben Texte für Branchenblätter und hatten einen Stand auf der Buchmesse. In ein paar Jahren, denke ich, wird dieses Fach einen sehr guten Ruf haben.
- Datum 31.05.2000 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 23/2000
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