IN EISDIELEN träumte man sich hierzulande an die Adria, während die amerikanische Jugend seit den späten vierziger Jahren in Visionen polynesischer Exotik schwelgte. Der clevere Händler Vic Beregon war der Trendsetter, als er das erste Restaurant eröffnete, das in hawaiianischem Dekor zu unbekannten Speisen und Cocktails lud. Bald gab es überall in den USA mit Palmen, Bast, Blumenketten und Ananas geschmückte Bars, in denen das Abenteuer wartete: berauschende Drinks, Hula-Tänzerinnen, Tikis, die geheimnisvoll gruseligen Abbilder unbekannter Gottheiten, und eine neue Barmusik: Exotica. Ihre Stars wie Martin Denny oder Arthur Lyman blieben unscheinbar, verkauften aber so lange prächtig, bis die Dissonanzen des Rock 'n' Roll eine aufregendere Freiheit verhießen. Später lebten diese Stars von Revivals.

Das Exotica-Universum zwischen Hawaii und Hollywood noch einmal rauf und runter: jetzt mit Don Tiki, dem Projekt von Perry Coma. Marimbas, Congas und zig andere Instrumente diverser Musikkulturen zaubern polyphone Rhythmen.

Schmeichelnde Stimmen mit Pianosprengseln, Harfenklänge und Steel-Gitarren.

Auch Martin Denny schaute noch einmal vorbei, bevor er sich auf Hawaii endgültig zur Ruhe setzte.

Don Tiki The forbidden sounds of Don Tiki ist bei Ata Tak/EFA erschienen.

Trader-Vic's-Restaurants gibt es in Deutschland in Hamburg (Radisson Plaza Hotel), Düsseldorf (Hotel Breidenbacher Hof) und das schönste in München (Hotel Bayerischer Hof).