Wenig Hoffnung machen Experten den deutschen Einzelhändlern, die darauf setzen, dass Kartellamtspräsident Ulf Böge die Banken zurückpfeift. Die Geldinstitute hatten vergangene Woche beschlossen, künftig höhere Gebühren zu berechnen, wenn ein Kunde im Laden mit seiner ec-Karte bezahlt. Heute verlangt eine Bank zum Beispiel zehn Pfennig für die Online-Prüfung der Karte, wenn ein Kunde mit Karte und Unterschrift zahlt - vom kommenden Jahr an wird die Bank des Karteninhabers der Bank des Händlers zusätzlich eine Gebühr von 35 Pfennig berechnen. Die Einzelhändler fürchten nun, dass ihre Banken sich diese Ausgaben - insgesamt wohl ein Betrag in dreistelliger Milionenhöhe - von den Händlern holen könnten. Zwar muss Wettbewerbshüter Böge der neuen Gebühr erst noch zustimmen. Aufseiten der Geldhäuser aber gibt man sich optimistisch. "Wir gehen davon aus, dass das Kartellamt die Entgelte genehmigt", sagt Ralf-Christoph Arnoldt vom Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken.