Italo Calvino: Das Schloß, darin sich Schicksale kreuzen aus dem Italienischen von Heinz Riedt Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2000 140 S., 15,80 DM Das verwirrende Spiel des alten Spielmeisters Calvino beginnt in einem Schloss, an dessen Tafel der reisende Ich-Erzähler eine bunte Gesellschaft vorfindet, die mit Stummheit geschlagen ist. Und weil ein jeder darauf brennt, den anderen seine Geschichte zu erzählen, erzählt er sie mithilfe von Tarockkarten. Dass das Leben ein Spiel sei, hat man schon öfter gelesen, aber nie mit solch schöner geometrischer Präzision ausgeführt gesehen.

Italo Svevo: Ein Mann wird älter aus dem Italienischen von Piero Rismondo Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2000 310 S., 19,80 DM Für Emilio Brentani ist das Leben zwar kein Spiel, aber doch auch eine Kette von Verwirrungen, Täuschungen und Enttäuschungen. Die Schicksale, die sich in diesem ebenso berühmten wie wunderbaren Roman kreuzen, beginnen mit Emilios seltsamer Liebeserklärung: "Schon mit den ersten Worten, die er an sie richtete, wollte er sie darauf aufmerksam machen, daß er nicht die Absicht habe, das Risiko einer ernstlichen Liebesbeziehung einzugehen. Er sagte ihr also ungefähr folgendes: ,Ich liebe dich sehr und ich möchte, daß wir beide in deinem Interesse sehr vorsichtig sind.'" Versteht sich, dass daraus nichts werden kann, aber das ist Svevos Kunst: zu erzählen, wie aus etwas nichts wird.