Dieser Tage fand ich bei mir die Plakette "Stoppt den Hass". Und ich erinnerte mich an die eindrucksvolle Demonstration gegen Fremdenhass, zu der sich vor Jahren Zehntausende versammelten. Statt dass sich Politiker zu endlosen und auch nutzlosen Gesprächen versammeln, sollten deutsche Bürger in Ost und West zu einer Kundgebung gegen den Rechtsextremismus aufgerufen werden. Auf diese Weise könnte (ganz) Deutschland der Welt beweisen, dass die Mehrheit der Bürger für Frieden, Freiheit und Toleranz eintritt.

Bernt Schriever, Hamburg

Obwohl ich die deutsche Staatsangehörigkeit habe - mein Vater ist Deutscher (ius sanguinis!) -, gehöre ich zu denen, die nicht "blond und weiß" sind

meine Mutter kommt nämlich aus Madagaskar.

Ich persönlich traue mich nicht mehr in den Osten, obwohl ich bereits dort gewesen bin und positiv überrascht war. Es ist nicht nur die Tatsache, dass einen Neonazis durch die Fußgängerzone jagen könnten, sondern die Tatsache, dass einem nicht geholfen wird und dass die Menschen tatenlos zuschauen werden. Man sollte zumindest hoffen, dass die Justiz Schutz bietet, doch oft genug wurden die Täter bestraft, als handle es sich um Körperverletzung und nicht um Homizid.

Ingrid Krücken, Saarbrücken

Opfer rechtsextremistischer Gewalttäter in Deutschland sind Ausländer, Übersiedler, Obdachlose, Behinderte, Homosexuelle, jüdische Mitbürger und bekennende Linke. Lauter Minderheiten also. Die müsste der Staat eigentlich schützen. Tut er das? Mindestens die Justiz geht nicht kompromisslos gegen rechtsextremistische Straftäter vor. In Urteilen gegen diese lassen deutsche Richter seit jeher falsche "Milde" walten. Und das hat Methode. Das ist kein Zufall. Linker und rechter Terror werden in der deutschen Rechtsprechung offenbar mit zweierlei Maß gemessen. Das ist auch ein Grund, warum Neonazis in der Öffentlichkeit so dreist auftreten: Sie haben ja von deutschen Richtern kaum etwas zu befürchten. Das kann und darf nicht so bleiben!