Alle Menschen, auch die unmusikalischen, haben ein Ohr für schiefe Töne, sagt Stefan Kölsch vom Leipziger Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung. Er quälte rund 200 Versuchspersonen mit falschen Akkorden. Um die Reaktion der Probanden auf die Missklänge zu messen, verpasste er ihnen eine Art "High-Tech-Badekappe" mit Elektroden. Aus den abgeleiteten Hirnstromkurven konnte Kölsch ablesen, dass das Gehirn die falschen Akkorde anders verarbeitet als die Werke großer Komponisten und somit erkennt. Aber auch sprachliche Ausrutscher entgehen dem Gehirn nicht. Bei Sätzen wie "Die Gans wurde im gefüttert" zeigte es ähnliche Reaktionen wie bei den schiefen Tönen. Die Untersuchungen könnten medizinisch genutzt werden, um festzustellen, ob Komapatienten noch geistig präsent sind.

Erfolg mit Misch-Reis Der Anbau von genetisch unterschiedlichen Reissorten auf einem Feld ist in den Augen vieler Agrarwissenschaftler altertümlich und ineffizient. Überall auf der Welt herrschen Monokulturen vor. In der chinesischen Yunnan-Provinz haben Enklaven einen anderen Weg beschritten - zu Studienzwecken. Dort pflanzten die Bauern auf Geheiß von Forschern ein Gemisch verschiedener Reissorten auf einem Feld an. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature (Bd. 406, S. 718) berichten der Amerikaner Christopher Mundt und seine Kollegen über die überraschenden Ergebnisse: Der Pilzbefall konnte auf Feldern, die mit gemischtem Reis bepflanzt waren, um 94 Prozent gesenkt werden. Verglichen mit Monokulturen konnten die Bauern die Ernte dabei um knapp 90 Prozent steigern. Der englische Wissenschaftler Martin Wolfe warnt aber in einem begleitenden Artikel davor, die Ergebnisse als Antwort auf alle Probleme bei der Schädlingseindämmung und der Ertragssteigerung zu verstehen.

Doch die gezeigte Methode, empfiehlt Wolfe, soll häufiger als bisher genutzt werden.