Nichts bleibt, wie es ist. Früher besetzten Studenten Häuser oder sprengten Seminare, heute spekulieren sie an der Börse - oder gründen Zeitschriften.

Zum Beispiel Zenith, die Zeitschrift für den Orient. Professionell gemacht von Studenten der Universität Hamburg, die alle drei Monate ein neues Heft vorlegen. Politik, Wirtschaft, Reise, Kultur, Geschichte, Forschung - kein Thema entgeht den Autoren, die "ohne Vorurteile" berichten wollen, "was jenseits des Mittelmeers vor sich geht". Die neueste Ausgabe berichtet über die Taliban in Afghanistan, die sich vor Spioninnen unter Schleiern fürchten, gibt Reisetipps zu Tunis und Marrakesch, beklagt das Ende der Naturwissenschaften, damals, im Osmanischen Reich. Zu beziehen direkt bei der Redaktion, Tel. 040/27 80 67 30, E-Mail: zenith@dubai.com Aufschneider unter sich William Hague ist der Unglückswurm mit Haarkranz, der als Chef der britischen Konservativen so gar keine Idee hat, wie Tony Blair beizukommen wäre. Nur einmal war er ganz nah dran, da hatte er Blair bei der Lügerei erwischt. Der berichtete, wie er als junger Kerl im Stadion von Newcastle gern dem Mittelstürmer Jackie Milburn bei der Arbeit zugesehen habe. Hague jedoch fand heraus, dass Milburn den Verein schon verlassen hatte, als Blair vier war. Da wackelte der Premierminister aber mal gewaltig. Dummerweise hat Hague sich jetzt selbst reingeritten. Gut und gern vierzehn Halbe täglich habe er sich in seinen wilden Jahren genehmigt, damals in den Pubs von Yorkshire, prahlte er jüngst. Doch dort kann sich keiner an den trinkfesten William erinnern.

Jetzt verspottet ihn die Presse als "Billy Liar", und das Land lacht. Beim Aufschneiden, scheint es, steigt man besser gleich groß ein. Wer etwa die DDR ganz allein bezwingt, der kann sich fortan als "Kanzler der Einheit" feiern lassen. Und wer das Internet erfindet, den wählen sie vielleicht sogar zum Präsidenten von Amerika. Vierzehn Bier sind viel zu wenig.