Heutzutage würde sich auf unserem Planeten wahrscheinlich kaum noch ein Rad drehen, geschweige denn ein Flugzeug fliegen, ein Computer oder Fernseher funktionieren ohne die Anwendungen der Atom- und Quantentheorie in den diversen Bereichen moderner Technik. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Kritik Rustum Roys an angeblicher Elfenbeinturm-Grundlagenforschung reichlich lächerlich.

Alles in allem erschienen mir seine Gedanken als wenig durchdacht, mehr noch, sie scheinen mir vielmehr eines dieser neuen Produkte aus den Gruselkabinetten neoliberaler Geister zu sein, deren Protagonisten in allem, was sich nicht unmittelbar in barer Münze rechnet, etwas sehen, was abgeschafft gehört und über das man irgendwelche Gremien steuerzahlender Nichtexperten abstimmen lassen könnte. Meines Wissens werden schon jetzt auf der politischen Ebene fast alle Dinge in Zusammenhang mit Forschung und Forschungsförderung von Nichtexperten entschieden. Hier liegt doch eines der Hauptprobleme.

Schlussendlich, auch für das neoliberale Zeitalter gilt: Die Menschheit braucht den Wissenschaftler im "Elfenbeinturm" für die kulturelle Entwicklung der Menschheit im Allgemeinen und um damit die Freiräume zu schaffen, in denen Wissenschaftler langfristige technologische Entwicklungen träumen und vorausdenken können, die der eindimensionalen Fantasie fundamentalistischer Pragmatiker nicht zugänglich sind.

Helge Pfeiffer Leuven, Belgien