In ihre Diplomarbeit hat Astrid Zander viel Zeit und Engagement gesteckt.

Sie schrieb über Erfolgskontrolle im Event-Marketing, ein Thema, zu dem es kaum Literatur gab. Nachdem die Arbeit fertig war, wollte die Diplomkauffrau nicht, "dass sie im Regal verstaubt. Es ist doch schön, wenn möglichst viele Leute sie lesen." Also stellte sie die Arbeit der Hamburger Diplomarbeiten-Agentur Bedey, Haschke & Meyer zur Verfügung, die sie binnen eines Jahres 15-mal verkauft hat. Sie steht auf der Bestsellerliste der Agentur.

In den Archiven der Universitäten, wo die Abschlussarbeiten der Studenten verwahrt sind, schlummert viel ungenutztes Wissen. Seit Mitte der neunziger Jahre bemühen sich Agenturen, diese Studien interessierten Lesern zugänglich zu machen. Die Gründer sind meist Absolventen, die zunächst ihre eigene Arbeit verkauften und dann auf die Idee kamen, über Aushänge an den Universitäten auch die Diplomarbeiten anderer Studenten mit zu vermarkten.

Mit der Verbreitung des Internet ist die Vermarktung einfacher geworden: Über Links auf viel besuchten Homepages werden die Agenturen und ihre Angebote schnell bekannt.

Astrid Zander ist beim Surfen im Internet auf die Agentur Bedey mit der Adresse diplom.de gestoßen. Sie schickte den Hamburgern eine ungebundene Kopiervorlage ihrer Arbeit, ansonsten entstanden ihr keine Kosten. Die Agentur hat die Arbeit selbst eingescannt und vermarktet und vertreibt sie jetzt. Studenten zahlen für Astrid Zanders Werk 198 Mark, die Autorin bekommt davon 60 Mark. Ordert ein Unternehmen, erhält Zander 200 Mark, 50 Prozent des Verkaufspreises.

Rund 2400 Titel aus allen Fachbereichen umfasst der Katalog von diplom.de.

Damit verfügen die Hamburger über das bei weitem größte Angebot. Ansonsten sind die Unterschiede zur ständig wachsenden Konkurrenz aber gering.