Herr Funke, Sie werden aus dem Gefängnis entlassen. Sechs Jahre haben Sie in der Berliner Justizvollzugsanstalt Plötzensee verbracht - Sie hatten in Karstadt-Kaufhäusern Bomben gelegt, um den Konzern zu erpressen. Wie verdienen Sie jetzt Ihren Lebensunterhalt?

Ich arbeite als Drehbuchautor für die Münchner Medienfirma H5B5 Media AG. Und das Satiremagazin Eulenspiegel hat mich als Zeichner angestellt, als Teilzeitkraft.

Karstadt fordert fünf Millionen Mark Schadensersatz für die Verwüstungen, die bei Ihren Sprengstoffanschlägen entstanden. Wie viel haben Sie schon zurückbezahlt?

An Karstadt noch nichts. Ich verhandele noch. Sogar wenn ich jeden Monat 20 000 Mark zahlte, würden meine Schulden nicht weniger. Allein die Zinsen!

Ich verdiene zur Zeit nur etwa 1000 Mark netto, das ist das Honorar der Drehbuchfirma.

Vielleicht können Sie ja Ihren Ruhm zu Geld machen. Die Talkshows warten doch schon auf Sie.

Damit habe ich ein Problem. Ich gehe nicht mit meiner Geschichte hausieren.