Geht es nach Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn, so rollt bald eine Welle von 10 Millionen Laptops auf die deutschen Schulen zu, um in den Ranzen der Schüler zu versickern. Bis 2006 soll jeder Schüler einen Laptop haben, verkündete Bulmahn. Unklar ist, wie das Vorhaben finanziert werden kann, schließlich kostet ein durchschnittlicher Laptop heute 3000 Mark.

Unklar ist ferner, was Schüler am Laptop lernen. Der New Yorker Mediensoziologe Douglas Rushkoff ließ im letzten Jahr die Laptop-Nutzung an reichen US-Colleges untersuchen, wo solch ein Gerät zur Pflichtausstattung gehört. Das Ergebnis: Dort, wo Laptops Pflicht sind, hat man die Freude am rumcomputern ganz verlernt. Die computererfahrenen Kinder kennen beispielsweise die Angst vor dem Datenverlust und haben nach dem Unterricht keine Lust mehr, den Computer zu nutzen.

In San Francisco geht die Firma NetBus dazu über, Busse mit kleinen Sendern auszustatten. Auf einer Website können sich die Nutzer für die Fahrgastinformationen ihrer persönlichen Buslinie registrieren lassen, inklusive der eigenen Fahrzeiten. Ist der Bus in der Nähe, informiert rechtzeitig das Mobiltelefon mit einer SMS-Nachricht. Das Nie mehr Warten-Programm hat aber einen Haken, es ist werbefinanziert. Wer schneller Busfahren will, muss warten, bis die Website ihre Werbung abgespult hat.

Über SMS, den Kurznachrichtendienst für Handys, können maximal 160 Zeichen pro Nachricht gesendet werden. Das reicht nach Meinung der ebenfalls in Kalifornien operierenden Firma GoSMS jedoch aus, auch komplette Zeitungsartikel zu lesen - der Service zerlegt die Texte in passende Häppchen. Doch was GoSMS an seine Kunden schickt, entnimmt es einfach den Websites großer Tageszeitungen. Nun haben die New York Times, die Washington Post und andere Blätter GoSMS wegen der Urheberrechtsverletzung verklagt. Dem Prozess kommt eine Schlüsselfunktion zu: Dabei sind nicht die jeweils 160 Zeichen SMS interessant, sondern jene Lesestreifen, die später einmal die UMTS-Handys empfangen können.

Karteireiter sind eine altehrwürdige Erfindung ordnungsliebender Bürokraten.

Sie gestatten den schnellen Zugriff auf eine Karteikarte oder eine Hängeakte.

In der Computerei wurde die Technik der über Reiter erreichbaren Informationen spätestens mit den Systemeinstellungen von Windows 95 zum Allgemeingut. Bereits 1994 hatte die Firma Adobe ein Patent auf diese Reiter angemeldet, das sie 1996 auch bekam. Nun verklagt Adobe seinen Hauptkonkurrenten Macromedia, der seit 1996 ebenfalls Reiter einsetzt und Adobe mit einer neuen Software Probleme bereitet. So hat die Industrie wieder einen der beliebten Look-and-Feel-Prozesse. Vor Gericht wird es darum gehen, ob die Karteireiter eine uralte Technik sind (Macromedia) oder eine revolutionär neue Erfindung (Adobe).